Die Großschifffahrtsstraße Mosel
Am 26. Mai 1964 fand die Einweihung der "Großschifffahrtsstraße Mosel" statt. Das für den Ausbau zu Grunde gelegte Transportaufkommen wurde auf 3,4 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Jedoch wurde dieser Wert bereits 2 Jahre nach der Eröffnung deutlich überschritten. Aktuell werden auf der Mosel - im Durchschnitt der letzten Jahre - weit über 15 Millionen Tonnen Güter transportiert.
Die Mosel ist die einzige bundesdeutsche Wasserstraße, die weit über ihre Möglichkeiten ausgelastet ist. Um hier eine Abhilfe zu schaffen wurde eine Fahrrinnenvertiefung von 2,70 m auf 3 m beschlossen, welches für den Güterverkehr auf der Mosel erhebliche Verbesserungen bringen wird. Mit den notwendigen und bis 1999 andauernden Arbeiten wurde im Jahre 1992 begonnen. Dadurch ist es nun möglich ganzjährig mit auf 2,80 m abgeladenen Güterschiffen die Mosel zu befahren.
Ein durchschnittliches Güterschiff kann 1500 Tonnen transportieren; ein Schubverband sogar bis zu 3000 Tonnen. Die Mehrladung durch die Fahrrinnenvertiefung beträgt bei einem 1500-Tonnen-Schiff ca. 20 % gegenüber der bisherigen Fahrtiefe von 2,70 m. Ein modernes Großraumschiff von 110 m Länge und 11,40 m Breite hat einen Laderaum in der Größe, der dem von 106 Lastzügen, bzw. 52 Eisenbahnwaggons entspricht. Die Vertiefung ermöglicht danach einen Mehrtransport von 18 Lastzügen oder 9 Eisenbahnwaggons je Güterschiff. Verdeutlicht man sich diese eindrucksvollen Zahlen, so wird schnell klar, dass die Mosel nach dem Rhein die bedeutendste und wirtschaftlichste Wasserstraße Deutschlands ist.
13 Schleusen und Wehranlagen sind auf der schiffbaren Strecke, die insgesamt 270 Flußkilometer erreicht, notwendig, um den Höhenunterschied von 86 m zu überwinden. Jede Schleuse hat eine nutzbare Länge von 170 m und eine Breite von 12 m. Der Höhenunterschied ist von Staustufe zu Staustufe unterschiedlich. Die größte Differrenz findet man an der Staustufe Detzem. Dort sind 9 m zu überwinden.
Die Schleusen von der Mündung bis nach Thionville: Koblenz - Lehmen - Müden - Fankel - St. Aldegund - Enkirch - Zeltingen - Wintrich - Detzem - Trier - Grevenmacher - Palzem - Apach.
Der schematische Flußquerschnitt veranschaulicht die zu überwindenden Höhendifferenzen der einzelnen Staustufen. Nebenbei liefern die 10 Wasserkraftwerke der mit Turbinen bestückten Staustufen 800 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das genügt, um annähernd 200.000 Haushalte ausreichend mit Energie zu versorgen.
Von der Leitstelle in Fankel werden alle Moselstaufen überwacht, gesteuert und reguliert. An jeder Schleuse sind auch kleine Sportbootschleusen vorhanden, die von den Freizeitkapitänen kostenlos genutzt werden können.
Pegelstände
Die Pegelstände - bereitgestellt vom Elektronischen Wasserstraßen-Informationssystem (ELWIS) - können Sie hier abrufen.







