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19.05.2012





Gewürztraminer

Verbreitung

Die deutsche Rebstatistik weist einen Anteil von etwa 880 ha Traminer aus, mit den Hauptanteilen in der Rheinpfalz und Baden.

Herkunft

Über die Herkunft dieser alten Kultursorte unserer Heimat gibt es unterschiedliche Aussagen. Die ältesten verlegen sie nach Thessalien des nördlichen Griechenlands, wo eine Rebsorte "Uva aminea" beheimatet war. Diese Vermutung wird durch die Tatsache genährt, dass in den ältesten Weinbüchern die Sorte, nach H. Goethe, den Namen "Vitis aminea" führt. Da die Reb- und Weinkultur ihren Weg über Griechenland nach Italien nahm, könnte der Traminer tatsächlich aus Griechenland zu den Römern gelangt sein.
Tatsache ist, daß der Traminer schon ab dem 5-6 Jhd. n. Chr. am Oberrhein und in der Pfalz angebaut wurde. Durch ein starkes Nachlassen der Fruchtbarkeit infolge Degeneration ging der Anbau stark zurück. Auf jeden Fall gehört der Traminer zu den ältesten Kultursorten unserer Heimat.

Sortenname

Heute wird nicht mehr daran gezweifelt, daß Tramin in Südtirol bei der Namensgebung Pate gestanden hat, denn in früheren Zeiten wurden Reben fast immer nach dem Herkunftsort, wo sie in größerem Umfange angebaut wurden, benannt. Die in Baden heute noch unter Winzern gebräuchliche Bezeichnung Clevner weist auf das oberitalienische Chiavenna (Cleven) hin und könnte bedeuten, daß einmal Pflanzreben von dort bezogen wurden.

Synonyme

Deutschland: Roter Traminer, Clevner, Klävner, Dreimänner, Rotedel, Rotfranke, Fränkisch, Christkindltraube
Frankreich: Savagnin rose, Fromenteau rouge, Fromente rose, Traminer musque, Traminer parfume, Traminer aromatique, Gentil rose aromatique
Italien: Traminer aromatico, Termeno aromatico

Qualität

Von der Weinqualität her gebührt in Deutschland dem Traminer ein Platz neben unserer Spitzensorte Riesling. Auch in weniger guten Jahren werden fast immer Qualitätsweine mit Prädikat erreicht. Traminer Auslesen sind eine besondere Kostbarkeit. Für den Anbau ist eine gute, warme Weinbergslage, eine sogenannte Rieslinglage, erforderlich.

Mostgewicht

Der Traminer besitzt eine gute Mostgewichtsleistung, die durch die in der Regel nicht sehr hohen Erträge von durchschnittlich nur 40 bis 60 hl/ha noch gefördert wird. Unabhängig von den weingesetzlich festgelegten Grenzen für die Qualitätsstufen der Weine, erfordert die Qualität beim Traminer höhere Werte, die in der Regel auch erreicht werden. Die Kabinettweingrenze liegt zwischen 75 und 80 Grad Oechsle; überzeugende Spätlesen beginnen bei 90 Grad Oechsle und Auslesen entfalten sich erst ab 100 Grad.

Säure

Im Durchschnitt liegen die Säurewerte des Traminers um 8 ‰ und damit in dem geschmacklich optimalen Bereich. Hohe Säuren, die einer Regulierung durch Entsäurung bedürfen, gibt es nur in Jahren mit außergewöhnlich schlechter Witterung. Die Säure ist im Geschmack feinfruchtig und elegant.

Wein

Traminerweine gehören zum besten was hier an der nördlichen Grenze des Rebenanbaues wächst. Die würzige, an Rosenduft erinnernde Art, verleiht den Weinen viel Spiel und Eleganz. Die Weine mit höheren Mostgewichten, ab der Prädikatsstufe Spätlese, besitzen auch Fülle durch mehr Alkohol und Extrakt. Die Weinfarbe ist grüngelb und bei sehr hochgradigen Weinen auch goldschimmernd. Auslesen und Beerenauslesen sind Kostbarkeiten und Zierde jeder Weinprobe. Verschnitte von Riesling und Traminer können reizvolle Spezialitäten sein. Im Elsaß ist der Traminer häufig Partner im sogenannten Edelzwicker.

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Gesamtheit der charakteristischen Geruchsstoffe (Aromastoffe, Geruch) eines Weines, die auch den Geschmack prägen. Je nach dem Grad der Duftstoffentwicklung spricht man von feinfruchtig-blumigen, bukettreichen, parfümierten oder sogar aufdringlichen Weinen. Das Bukett wird in hohem Masse von der Rebsorte geprägt (Sortenbukett), aber auch vom Reifegrad der Trauben bei der Lese. Das zeigt sich besonders deutlich beim Riesling, der unreif geerntet nur wenig Bukett erkennen lässt, während vollreife Rieslingtrauben dem späteren Wein eine Fülle von feinsten Bukettstoffen verleihen. Die Aromastoffe sind besonders lagerempfindlich, da sie leicht oxydieren; das Altern der Weine das mit der Veränderung des Buketts einhergeht, beruht grösstenteils auf dieser Erscheinung.

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