Gewürztraminer
Verbreitung
Die deutsche Rebstatistik weist einen Anteil von etwa 880 ha Traminer aus, mit den Hauptanteilen in der Rheinpfalz und Baden.
Herkunft
Über die Herkunft dieser alten Kultursorte unserer Heimat gibt es unterschiedliche Aussagen. Die ältesten verlegen sie nach Thessalien des nördlichen Griechenlands, wo eine Rebsorte "Uva aminea" beheimatet war. Diese Vermutung wird durch die Tatsache genährt, dass in den ältesten Weinbüchern die Sorte, nach H. Goethe, den Namen "Vitis aminea" führt. Da die Reb- und Weinkultur ihren Weg über Griechenland nach Italien nahm, könnte der Traminer tatsächlich aus Griechenland zu den Römern gelangt sein.
Tatsache ist, daß der Traminer schon ab dem 5-6 Jhd. n. Chr. am Oberrhein und in der Pfalz angebaut wurde. Durch ein starkes Nachlassen der Fruchtbarkeit infolge Degeneration ging der Anbau stark zurück. Auf jeden Fall gehört der Traminer zu den ältesten Kultursorten unserer Heimat.
Sortenname
Heute wird nicht mehr daran gezweifelt, daß Tramin in Südtirol bei der Namensgebung Pate gestanden hat, denn in früheren Zeiten wurden Reben fast immer nach dem Herkunftsort, wo sie in größerem Umfange angebaut wurden, benannt. Die in Baden heute noch unter Winzern gebräuchliche Bezeichnung Clevner weist auf das oberitalienische Chiavenna (Cleven) hin und könnte bedeuten, daß einmal Pflanzreben von dort bezogen wurden.
Synonyme
Deutschland: Roter Traminer, Clevner, Klävner, Dreimänner, Rotedel, Rotfranke, Fränkisch, Christkindltraube
Frankreich: Savagnin rose, Fromenteau rouge, Fromente rose, Traminer musque, Traminer parfume, Traminer aromatique, Gentil rose aromatique
Italien: Traminer aromatico, Termeno aromatico
Qualität
Von der Weinqualität her gebührt in Deutschland dem Traminer ein Platz neben unserer Spitzensorte Riesling. Auch in weniger guten Jahren werden fast immer Qualitätsweine mit Prädikat erreicht. Traminer Auslesen sind eine besondere Kostbarkeit. Für den Anbau ist eine gute, warme Weinbergslage, eine sogenannte Rieslinglage, erforderlich.
Mostgewicht
Der Traminer besitzt eine gute Mostgewichtsleistung, die durch die in der Regel nicht sehr hohen Erträge von durchschnittlich nur 40 bis 60 hl/ha noch gefördert wird. Unabhängig von den weingesetzlich festgelegten Grenzen für die Qualitätsstufen der Weine, erfordert die Qualität beim Traminer höhere Werte, die in der Regel auch erreicht werden. Die Kabinettweingrenze liegt zwischen 75 und 80 Grad Oechsle; überzeugende Spätlesen beginnen bei 90 Grad Oechsle und Auslesen entfalten sich erst ab 100 Grad.
Säure
Im Durchschnitt liegen die Säurewerte des Traminers um 8 ‰ und damit in dem geschmacklich optimalen Bereich. Hohe Säuren, die einer Regulierung durch Entsäurung bedürfen, gibt es nur in Jahren mit außergewöhnlich schlechter Witterung. Die Säure ist im Geschmack feinfruchtig und elegant.
Wein
Traminerweine gehören zum besten was hier an der nördlichen Grenze des Rebenanbaues wächst. Die würzige, an Rosenduft erinnernde Art, verleiht den Weinen viel Spiel und Eleganz. Die Weine mit höheren Mostgewichten, ab der Prädikatsstufe Spätlese, besitzen auch Fülle durch mehr Alkohol und Extrakt. Die Weinfarbe ist grüngelb und bei sehr hochgradigen Weinen auch goldschimmernd. Auslesen und Beerenauslesen sind Kostbarkeiten und Zierde jeder Weinprobe. Verschnitte von Riesling und Traminer können reizvolle Spezialitäten sein. Im Elsaß ist der Traminer häufig Partner im sogenannten Edelzwicker.





