Grauburgunder
Verbreitung
Den größten Anbau hat Deutschland mit etwa 3000 ha. Davon entfällt der Hauptanteil auf das Weinland Baden mit etwa 57 %, wo er rund 11,5 % der vorhandenen Rebfläche einnimmt. An zweiter Stelle folgt Rheinland-Pfalz mit etwa 38 %. Davon steht ein kleiner Teil an der Nahe, der Hauptanteil, etwa zu gleichen Teilen, in Rheinhessen und der Rheinpfalz.
Herkunft
Wahrscheinlich ist der Graue Burgunder durch eine Knospenmutation aus dem Blauen Burgunder entstanden. Mit dem "Weißen Burgunder" und dem "Blauen Burgunder" bildet er eine Familie, denn alle drei Sorten sind im Sommer kaum voneinander zu unterscheiden und identifizieren sich erst bei der Traubenreife durch die Farben der Beeren.
Die Heimat des Grauen Burgunders dürfte in der Burgund zu suchen sein. Von dort gelangte er schon sehr früh in die Schweiz. Ungarn soll ihn von Kaiser Karl IV (1374-1378) erhalten haben. In Deutschland gab ein Kaufmann namens Johann Seger Ruland aus Speyer um 1711 den Anstoß zu seiner Verbreitung.
Sortenname
Nach dem deutschen Weingesetz ist sowohl die Bezeichnung "Grauburgunder" als auch "Ruländer" zulässig. Es besteht kein Zweifel, daß der Name "Ruländer" auf den Kaufmann Ruland aus Speyer zurückzuführen ist.
Synonyme
Deutschland: Ruländer, Grauburgunder, Grauclevner, Tokayer
Frankreich: Pinot gris, Malvoisien, Auvernas gris, Tokay d'Alsace
Italien: Pinot grigio
Qualität
Der Graue Burgunder gehört hinsichtlich der Qyalität zu den besten Sorten des deutschen Rebsortimentes. Die gegenüber dem Riesling etwas frühere Reife gestattet den Anbau noch in sog. Rieslinggrenzlagen, also dort, wo dieser in witterungsmäßig ungünstigen Jahren die Vollreife nur schwer erreicht.
Mostgewicht
Steht der Graue Burgunder in einem Weinberg neben dem Riesling, dann zeigt sich seine gute Mostgewichtsleistung darin, daß er im Schnitt bis 10 Grad Oechsle mehr erreicht. Kabinettweine sollten nicht weniger als 75 Grad Oechsle und Spätlesen nicht weniger als 85 Grad Oechsle besitzen. Für gute Auslesen liegt die unterste Grenze um 100 Grad Oechsle.
Säure
Der Graue Burgunder hat im Schnitt eine etwa 4,5 ‰ niedrigere Säure als der Riesling. In Baden werden die Weine mit 5 bis 6 ‰ Säure auf die Flasche gebracht.
Wein
Die Weine des Grauburgunders besitzen ein volles Bukett, sind extraktreich, insbesondere von tiefgründigen Böden. In warmen Standorten werden sie auch alkoholreich und können in trockenen Jahren einmal in der Säure etwas knapp werden. Wo die Weine mit etwas mehr Säure auf die Flasche kommen, sind sie frisch und spritzig. Bei hohen Mostgewichten und etwas niedrigerer Säure sind die Weine wuchtig, feurig, und von kräftiger Farbe, die bis ins goldgelbe reicht. Von besonderer Schönheit sind die Auslesen, weil sie ein feiner Honigton auszeichnet. Beerenauslesen sind als Aperitif unübertroffen.





