Kerner
Verbreitung
Die inzwischen am meisten angebaute Neuzüchtung hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Die Hauptgründe liegen in der Frosthärte und in ansprechenden, oftmals Rieslingartigen Weinen sowie mengenmässig relativ sicheren, üppigen Erträgen bei zufriedenstellenden Mostgewichten. Von 5 ha im Jahre 1964 ist die Fläche auf heute fast 7200 ha angewachsen. Sie hat sich in alle deutschen Weinbaugebiete verbreitet und rangiert unter den heimischen Rebsorten an vierter Stelle. Die grössten Anbauflächen befinden sich in der Pfalz, in Rheinhessen, Württemberg und an Mosel-Saar-Ruwer.
Herkunft
Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein-bau und Obstbau in Weinsberg. Züchter ist Oberlandwirtschaftsrat Herold. Zuchtjahr 1929.
Kreuzung
Trollinger x Riesling.
Sortenname
Die Bezeichnung Kerner geht auf den würtembergischen Dichter Justinus Kerner (1786-1862) zurück, der in Weinsberg als Oberamtsarzt lebte.
Qualität
Ihre volle Schönheit, mit einem eigenständigen Bukett und einer Rasse, die an Rieslingweine erinnert, entfalten die Weine vornehmlich im Bereich der Qualitätsweine mit Prädikat.
Mostgewicht
Im Vergleichsanbau wird die Zuckerleistung des Rieslings um 10 bis 15 Grad übertroffen. Um einem dem Riesling qualitativ vergleichbaren Wein zu erlangen, muß die Sorte auch ein höheres Mostgewicht mitbringen. Das Geschmacksoptimum der Kerner-Weine beginnt bei etwa 75 Grad Oechsle, die auch in witterungsmäßig nicht so guten Jahren fast immer erreicht werden.
Säure
Die Säure bewegt sich im Durchschnitt der Jahre zwischen 8 bis 12 ‰. Geschmacklich ist sie in nicht ganz hochreifen Weinen etwas rauh, bei reifem Lesegut jedoch rassig und den Wein belebend.
Wein
Die Weine sind frisch, rassig, fruchtig und besitzen ein arteigenes feines, etwas an Muskat erinnerndes Bukett. Im Prädikatsweinbereich haben die Weine auch etwas Rieslingart, eine Tatsache, die sicher zu der raschen Verbreitung der Sorte beigetragen hat.





