Morio-Muskat
Verbreitung
In Deutschland sind knapp 2450 ha mit Morio-Muskat bestockt. Die Masse davon (2350 ha) steht in Rheinland-Pfalz. Daran ist die Rheinpfalz mit 1500 ha und Rheinhessen mit etwas über 900 ha beteiligt. Das Weinbaugebiet Nahe besitzt nicht ganz 40 ha, der Rest verteilt sich auf alle übrigen deutschen Gebiete. Durch eine Verschiebung des breiten Verbraucher- Geschmacks weg von den meist lieblichen, sehr blumigen, an Muskat erinnernden Weinen, hat sich allerdings seit 1979 die Anbaufläche halbiert.
Herkunft
Züchtung der Bayerischen Nebenstelle für Rebenzüchtung, heute Bundesforschungsanstalt für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen/Rheinpfalz. Züchter ist Peter Morio.
Kreuzung
Silvaner x Weißburgunder.
Sortenname
Zu Ehren des Züchters und wegen des kräftigen Buketts der Sorte wurde die Bezeichnng "Morio-Muskat" gewählt. Der Winzer nennt sie kurz "Morio". Zum echten Muskateller besteht keine Verwandtschaft.
Qualität
Attraktive Morio-Muskat-Weine gibt es nur im Bereich der Prädikatsweine ab Spätlese. Dort stellen sie mit ihrem kräftigen Bukett eine Spezialität für Liebhaber dar, für Konsumweine ist der Morio-Muskat weniger geeignet.
Mostgewicht
Das Geschmacksoptimum beginnt bei etwa 80 Grad Oechsle. Da die Eigenschaft der Sorte zu sehr hohen Erträgen eine hohe Mostgewichtsleistung behindert, müssen durch weinbautechn. Maßnahmen Übermengen an Trauben unterbunden werden.
Säure
In unreifen Trauben ist die Säure grasig und spitz. Sie wird erst bei höheren Mostgewichten elegant. Um dies zu erreichen, ist eine möglichst späte Lese erforderlich.
Wein
Aus sehr reifen Trauben mit höherem Mostgewicht werden wuchtige Weine mit sehr großer Fülle gewonnen, die sich durch ein kräftiges, volles Muskatbukett auszeichnen. Im Auslesebereich führt das volle Bukett, wenn es durch eine harmonische Süße unterstützt wird, zu Weinen mit Dessertweincharakter.





