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07.02.2012


Die Neuzeit

Ab etwa 1850 florierte die Weinindustrie im grössten Teil Europas südlich des Rheins, in Österreich entlang der Donau und östlich der Krim und im Kaukasus in Russland. Frankreich, Spanien, Portugal und andere Regionen exportierten nach England und anderswohin, während Deutschland ebenfalls nach England und in die meisten nordeuropäischen Länder lieferte. Länder wie Belgien und Holland, die selbst keine Weinindustrie hatten, betrieben einen aktiven Handel, hauptsächlich durch Importe aus Frankreich.

Etwa um 1870 wurden einige Trauben aus Amerika importiert und in die botanischen Gärten Englands und Frankreichs gepflanzt. An den Weinstöcken sass eine Wurzellaus mit Namen Phylloxera, gegen die die amerikanischen Spezies überwiegend resistent waren. Folgenschwer war, dass dies für den europäischen Wein, Vitis vinifera, nicht galt. Die Landwirtschaft hat noch nie vorher und nie mehr nachher ein solches Ausmass an Zerstörung erlebt, wie es in den Weinbergen der Welt zwischen 1870 und 1900 eintrat. Bis 1910 hatte die Laus fast alle Weinberge Frankreichs und die meisten in Spanien vernichtet und erhebliche Schäden in den Weinbergen Österreichs, Süddeutschlands, Italiens, Rumäniens und Südrusslands angerichtet. Die Verwüstung breitete sich in andere Teile der Welt aus und kehrte sogar zurück nach Amerika.

Griechenland, das einzige phylloxera-freie Land, exportierte Rosinen, die zu Wein gemacht werden konnten, in andere europäische Länder. Die Franzosen entdeckten sehr bald, dass der einzige gangbare Weg zur Behebung des Problems war, europäische Trauben auf Wurzelstöcke zu pfropfen, die aus Amerika importiert wurden und sowohl gesund als auch gegen Phylloxera resistent waren.




Die bedeutendsten Fortschritte, die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erzielt wurden, gingen auf das Werk von Louis Pasteur zurück. Als Lehrer vergor Pasteur Zuckerrübensaft, um Alkohol zur Destillation zu gewinnen. Während er untersuchte, warum der Zucker in einer Alkohol-Destillieranlage schlecht verwertet wurde, entdeckte er, dass der Alkohol eigentlich in eine Essigsäure umgewandelt wurde und dass das der Grund für den schlechten Alkoholertrag bei der Destillation war. Als er später sein Wissen auf die Weinindustrie anwandte, konnte Pasteur schlüssig nachweisen, dass das Verderben des Weins durch aerobe Mikroorganismen vom Typ Acetobacter und anderer Organismen, die Essigsäure erzeugen, zurückzuführen war. Weitere Experimente ergaben, dass die Entwicklung von Acetobacter gehemmt wurde, wenn man die Weine nicht mit Luft in Berührung brachte. Für die Weinindustrie war das ein großer Durchbruch, der schrittweise zur vollständigen Kontrolle der Verwandlung des Weins in Essig führte.

Die Weinindustrie sollte jedoch noch einen weiteren Umbruch erleben, der ebenso bedeutend war, wie die wissenschaftliche Revolution. Das war die industrielle Revolution, die im neunzehnten Jahrhundert ihren Höhepunkt hatte. Wo die wissenschaftliche Revolution die Prinzipien der Wissenschaft auf die Weinherstellung anwandte, wandte die industrielle Revolution die Prinzipien der Technologie auf den Weinanbau und die Weinherstellung an. Einige dieser technologischen Fortschritte beinhalteten die Konstruktion neuartiger, landwirtschaftlicher Maschinen zur Kultivierung von Weinbergen, für den Transport und die Kelter der Trauben oder zum Filtern und Umfüllen des Weins zwischen den verschiedenen Behältern. Diese Anwendungen senkten die Produktionskosten erheblich und trugen zur Expansion der Weinindustrie gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts bei.

Der Mosel-Veranstaltungstipp:

Karneval an der Mosel

Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching - wie in jedem Jahr sind zur 5. Jahreszeit die Narren los. So finden auch in diesem Jahr zur Session 2012 viele Veranstaltungen, wie Kostumbälle, Kappensitzungen oder Karnevalsumzüge, in der Moselregion statt. Die einzelnen Veranstaltungshinweise finden Sie in der Rubrik "Tipps & Termine".

Stürzen Sie sich in das närrische Treiben und erleben die Mosel von Ihrer ganz besonderen Seite.

Zu den Veranstaltungshinweisen

Tipps für den aktiven Mosel-Urlaub

Segeln auf der Mosel

In unserer Rubrik Aktiv (er) leben finden Sie eine Menge Anregungen für einen unvergesslichen Aufenthalt an der Mosel. Vom Angeln bis zum Yachting, ob mit dem Rad oder zu Fuß, alleine oder in der Gruppe - für jedes Alter bietet sich eine Gelegenheit die Schönheit der Landschaft zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.

Weitere Freizeitangebote finden Sie hier...

Was ist eigentlich...

Wein A-Z

...das Bukett?

Gesamtheit der charakteristischen Geruchsstoffe (Aromastoffe, Geruch) eines Weines, die auch den Geschmack prägen. Je nach dem Grad der Duftstoffentwicklung spricht man von feinfruchtig-blumigen, bukettreichen, parfümierten oder sogar aufdringlichen Weinen. Das Bukett wird in hohem Masse von der Rebsorte geprägt (Sortenbukett), aber auch vom Reifegrad der Trauben bei der Lese. Das zeigt sich besonders deutlich beim Riesling, der unreif geerntet nur wenig Bukett erkennen lässt, während vollreife Rieslingtrauben dem späteren Wein eine Fülle von feinsten Bukettstoffen verleihen. Die Aromastoffe sind besonders lagerempfindlich, da sie leicht oxydieren; das Altern der Weine das mit der Veränderung des Buketts einhergeht, beruht grösstenteils auf dieser Erscheinung.

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Wir stellen vor: Winningen / Mosel

Winningen an der Mosel

Neben den großzügigen Freizeitangeboten ist Winningen durch Wertvolleres geprägt. Als Ort mit den meisten Weinbergen der Untermosel produzieren die Winninger trotzdem Klasse statt Masse. Herrliche Riesling-Weine wachsen auf den Moselterrassen, die hier ein lokales, ja fast mediteranes Klima mit in die Weinkelche bringen.

Alte Weingüter, historische Straßen und Plätze sowie selten gut erhaltene Fachwerkhäuser entdeckt man bei einem Spaziergang durch Winningen, der Kulisse des ältesten Weinfests Deutschlands.

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