Riesling
Verbreitung
Riesling ist unbestritten die deutsche Vorzeige-Rebsorte und gehört (neben Müller-Thurgau) zu den wirtschaftlichen Stützen der deutschen Weinwirtschaft. Deutschland besitzt über 20100 ha mit Riesling bepflanzter Rebfläche und damit die größte in der Welt.
Herkunft
Mit letzter Genauigkeit kann die Herkunft des Rieslings nicht bewiesen werden. Mann glaubt, dass wir sie König Ludwig dem Deutschen (843-876) verdanken, der die Sorte erstmalig habe am Rhein anpflanzen lassen, wo er die dort heimischen Rebsorten Trollinger und Orleans langsam verdrängte. Auch in die Pfalz, den Wonnegau, an den Rhein und die Mosel wird seine Urheimat gelegt. Andere vermuten, dass der Riesling sich aus der am Rhein heimischen Wildrebe Vitis vinifera var. Silvestris entwickelt habe.
Sortenname
Der Ursprung des Namens läßt sich ebenfalls nicht eindeutig klären. Ob der Name nun von der rissigen Borke der Rieslingstämme abgeleitet ist, wie früher vermutet wurde, oder von der Eigenart, bei kühlem Blütewetter leicht zu verrieseln, wie der Volksmund behauptet, wird ungeklärt bleiben.
Synonyme
Deutschland: Weißer Riesling (echte Sortenbez.), Riesling, Rössling, Rösslinger, Riesler, Rieslinger, Rheinriesling, Moselriesling, Rheingauer, Johannisberger, Hochheimer, Niederländer, Klingelberger, Gräfenberger, Kastellberger, Karbacher Riesling, Kleinriesling, Kleinriesler, Weißer kleiner Riesling, Gewürztraube, Pfeffer
Frankreich: Riesling blanc, Petit Riesling, Gentile Aromatique, Petracine (Moselle)
Italien: Riesling renano bianco, Riesling renano, Reno
Qualität
Die Qualität des Rieslings ist weitgehend von der Lage abhängig. Insgesamt ist die Qualitätsspanne, auf das Mostgewicht bezogen, sehr breit. Durch entsprechende Anreicherung liefern Moste ab 50 Grad noch qualitativ gute Weine.
Mostgewicht
Der Riesling erreicht im langjährigen Durchschnitt in kleinen Lagen 60 bis höchstens 65 Grad Oechsle, in mittleren Lagen um 70 Grad Oechsle und in guten Lagen etwa 80 Grad Oechsle. Die genannten Oechslegrade sind nicht identisch mit denen vom Weingesetz vorgeschriebenen Grenzen; die Spätlesegrenze liegt bei 80 Grad. Auslesen werden ab 90 Grad Oechsle gewonnen. In vorzüglichen Jahren klettern die Mostgewichte in guten Lagen oft über 100 Grad. Trockenbeerenauslesen sind schon mit Mostgewichten über 200 Grad geerntet worden.
Säure
Die Säure ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualität, weil sie der Träger der fruchtigen Rieslingart ist. Je nach Reifegrad schwankt die Säure zum Zeitpunkt der Ernte zwischen 10 und 15 ‰. Wird die Säure fachgerecht verringert, dann wirkt sie im ausgebauten Wein keineswegs störend. Im Gegensatz zu vielen anderen Sorten wirkt eine hohe Rieslingssäure kaum grasig. Die Säure spiegelt auch sehr deutlich die Bodenart wider, auf der der jeweilige Wein gewachsen ist. So schmeckt man z. B. den typischen Schieferton in den Moselweinen und an der Nahe die Frucht der Porphyrböden oder der Gesteinsböden des Rotliegenden an der Nahe und in Rheinhessen.
Wein
Kennzeichen der Rieslingweine ist ihre feine Rasse und Eleganz, ihr unübertreffliches, an Pfirsiche erinnerndes Bukett. Nicht ein hoher Alkoholgehalt begrändet den Ruhm des Rieslings, sondern die feine, rassige, fruchtige Art. Diese Merkmale werden durch späte Reife und späte Lese ausgelöst. Der Weinfreund bevorzugt zunehmend halbtrockene und trockene Rieslingweine mit herrlicher Fruchtsäure. Sie gibt den Weinen die Frische und Rasse, den Geschmack nach einer ganzen Schale voll edler Früchte, der häufig ganz zart an bittere Mandeln erinnert. Es ist nicht übertrieben, wenn man dem Riesling unter den Qualitätsweinsorten den ersten Platz auf der Welt einräumt.





