Silvaner
Verbreitung
Mit einer Anbaufläche von etwa 20 000 ha nahm der Silvaner noch vor wenigen Jahren die größte Fläche im deutschen Weinbau ein. Inzwischen wurde er vom Müller-Thurgau überrundet und ist auf den dritten Platz zurückgefallen. Trotzdem besitzt Deutschland mit knapp 8000 ha noch immer die größte Silvanerfläche der Welt.
Herkunft
Auch beim Silvaner hat man versucht, die Herkunft von einer römischen Sorte herzuleiten. Plinius (23-79 n.Chr.) hat in seinem Werk "Historia naturalis" eine Rebsorte, die apianische Rebe, beschrieben, die in ihren Merkmalen dem Silvaner ähnelt. Unterstützt wird diese Tatsache durch den Umstand, daß der Name "Vitis apiana" sich von apis = Biene herleiten läßt und so zu einem in Österreich gebrauchten Synonym, "Fliegentraube", hinführt.
In den heutigen Lehrbüchern wird die Heimat des Silvaners nach Transsylvanien (Siebenbürgen) in Rumänien gelegt.
Sortenname
Die Bezeichnung Silvaner soll von Silvanus stammen (lat.: "silva" = Wald) oder auf Transsylvanien zurückgeführt werden. Die Namen Franken und Österreicher sind eindeutig Synonyme. Der Weg des Silvaners in die deutschen Weinbaugebiete scheint von Österreich zunächst nach Franken erfolgt zu sein und von dort in die übrigen Gebiete.
Synonyme
Deutschland: Grüner Silvaner, Sylvaner, Franken, Österreicher, Frankenriesling, Grünfränkisch
Frankreich: Silvain vert, Gentil vert, Picardon blanc, Gamay blanc, Clozier
Italien: Silvania, Silvaner danco
Qualität
Wie bei allen Sorten wird auch beim Silvaner die Qualität der Weine sehr stark von der Güte des Standortes (Lage) und der Höhe des Ertrages beeinflusst. Die Masse der Silvanerweine sind gute Konsumweine im Bereich der Qualitätsweine ohne Prädikat. In witterungsmäßig sonnenreichen Jahren werden aber auch Auslesen bis zur Trockenbeerenauslese gewonnen.
Mostgewicht
Im Durchschnitt bewegen sich die Oechslegrade in den gleichen Grenzen wie die des Rieslings. In kleinen Lagen werden im Durchschnitt der Jahre 60 bis 65 Grad Oechsle erreicht, in mittleren 70 bis 80 Grad und in guten auch darüber.
Säure
Im Durchschnitt der Jahre ist die Säure des Silvaners um etwa 3 bis 4 ‰ niedriger als die des Rieslings. Hohe Säuren, wie sie in witterungsmäßig ungünstigen Jahren anfallen, schmecken etwas grasig und bedürfen der Regulierung durch Entsäuerung. Durch späte Lese kann der Säure die spitze Art genommen werden, selbst dann, wenn das Mostgewicht nicht steigen sollte.
Wein
Silvanerweine schmecken meist kräftig, vollmundig und geschmacksneutral. Im Geruch sind sie zurückhaltend, fruchtig aber nicht blumig. Von Gesteins- und Kiesböden können, bei ausreichender Feuchtigkeit, auch Weine gewonnen werden, die in ihrer Fruchtigkeit an Rieslingweine erinnern. In schweren Böden präsentieren sich die Silvanerweine auch voll und wuchtig. In witterungsmäßig sehr warmen und sonnenreichen Jahren können Auslesen bis zur Trockenbeerenauslese erzeugt werden, die von ganz besonderer Feinheit sind.





