Trollinger
Verbreitung
In Deutschland ist eine Fläche von über 2000 ha mit Trollinger bestockt, die fast ganz in Württemberg liegt. Wo sie mit rund 20 % eine der Hauptrebsorten darstellt. Das zweite Hauptverbreitungsgebiet ist Südtirol, wo der Trollinger unter der Bezeichnung "Groß Vernatsch" bekannt ist.
Herkunft
Als Urheimat wird für den Trollinger Südtirol angenommen. Zu dieser Annahme verleitet vor allen Dingen der Name, denn er könnte sich über Tirolinger zu Trollinger gewandelt haben. Dagegen spricht die Tatsache, dass er in Südtirol "Groß-Vernatsch" genannt wird.Trotzdem wird man seinen Ursprung in Südtirol oder im Trentin zu suchen haben, die zwei alte Weinlandschaften darstellen. Die Römer brachten dann den Trollinger an den Rhein. Heute ist der Trollinger nur noch in Württemberg zu finden.
Sortenname
Die heutige Bezeichnung "Trollinger" ist in Württemberg entstanden. Sie zeigt an, dass die Sorte einmal von Südtirol dorthin ihren Weg genommen hat. In der Rheinpfalz, in Rheinhessen, an der Nahe und an der Bergstraße hieß die Sorte früher "Fleischtraube".
Synonyme
Deutschland: Fleischtraube, Bocksauge, Bocksbeutel, Bockstraube, Troller, Schwarzwälscher, Pommerer, Bammerer, Schwarzer, Frankenthaler
Frankreich: Raisin bleu de Frankental, Frankental noir, Chasselas de Jerusalem
Italien: Schiavone, Schiava grossa, Uva cenerente
Qualität
Weine mit befriedigender Qualität werden nur aus allerbesten warmen Südhängen gewonnen. Die Trollingerweine sind Konsumweine, nur in sehr guten Jahren steigt die Güte auch einmal in den Bereich der Prädikatsweine.
Mostgewicht
Die Zuckerwerte liegen in Normaljahren zwischen 60 und 70 Grad Oechsle. In guten Jahren können sie auch auf 70 bis 80 Grad klettern.
Säure
Sie ist hoch und liegt in den meisten Jahren über 10 ‰, in ungünstigen Jahren auch bei 15 ‰ . Säureabbau am Stock durch späte Lese und Förderung des biologischen Säureabbaues im Wein sind daher wichtig.
Wein
Wegen der deutlichen Säure haben die Weine eine frische, fruchtige, kernig herzhafte, lebhafte Art. Als Rotwein sind sie hellrot, in guten Jahren auch rubinrot. Auch als Weißherbst kommt der Trollinger auf den Markt. Nicht zu vergessen ist der Schillerwein Württembergs, der überwiegend auch einen Trollingeranteil besitzt.





