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29.07.2010


Die Arbeit im Weinberg

Es sind viele Arbeitsgänge notwendig, bis eine Flasche Wein zum Konsumenten gelangt. Das ganze Jahr über fallen im Weinberg unterschiedliche Arbeiten für den Winzer an:

Der Rebschnitt

Bereits im Januar oder Februar wird mit dem Rebschnitt altes Holz entfernt. Mit diesem Arbeitsschritt wird der Ertrag und damit auch die spätere Weinqualität entsprechend beeinflusst. Anzahl und Länge der Fruchtruten mit ihren Trieben spielen dabei eine wichtige Rolle. Qualitätsbewusste Winzer reduzieren in der Regel den Rebstock auf zwei kürzere oder eine längere Rute. Viele Weinbauern haben erkannt, dass in Zeiten von weltweiter Überproduktion nur derjenige gute Absatzchancen hat, der schon im Weinbau auf Qualität setzt. Die abgeschnittenen Rebtriebe werden meist unter Maschineneinsatz zerkleinert und in den Boden eingearbeitet und sorgen somit für eine natürliche Humusanreicherung des Bodens. Der Rebschnitt bleibt bis heute eine sehr aufwendige und intensive Handarbeit. Grosse Betriebe benötigen dafür viele Wochen.

Die Bodenpflege

Im Frühjahr ist im Weinberg Hochsaison. Vor dem Austrieb wird der Rebstock durch Biegen und Binden in seiner Form stabilisiert, um eine gleichmässige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen zu gewährleisten. Mit mechanischer Bodenlockerung wird das natürliche Bodenleben angeregt, Einsaat von Begrünung oder selbst wachsende Pflanzen unterstützen die natürliche Aktivität des Bodens. Auch Nährstoffe werden in dieser Zeit in organischer (z. B. Stallmist, Stroh oder Kompost) oder in mineralischer Form (Magnesium, Kalk oder Phosphat) in den Weinberg eingebracht. Bei der Düngung werden heute Kostenfaktoren und Umweltaspekte besonders berücksichtigt. Mit Hilfe moderner Analysemethoden lassen sich leicht Nährstoffmängel feststellen. Durch gezielte, genau auf den Bedarf abgestellte Düngung und Begrünung der Rebzeilen können Belastungen für das Grundwasser vermieden werden.




Der Pflanzenschutz

So wenig wie möglich, so viel wie nötig - lautet in einem modernen Winzerbetrieb heute auch die Devise beim Einsatz von Spritzmitteln zum Schutz gegen tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten der Rebe. Schon bei der Rebveredlung (Propfung einer Rebsorte auf eine geeignete Unterlage) wird auf gesundes Pflanzengut geachtet. Damit vermeidet man von vornherein Krankheiten und Schäden an der Rebe. Um die Trauben gesund zu erhalten, sind in der Vegetationsperiode je nach Witterungsverlauf zwischen Mai und August vier bis sieben Spritzungen notwendig.

Die Laubarbeiten

In der Phase zwischen Juni und August wächst eine starke Laubwand im Weinberg heran, die durch Heften der Rebtriebe in Form gehalten wird. Eine gesunde, das heisst grüne Laubwand, ist für die Assimilation in den Blättern sehr wichtig. Trotzdem müssen durch den Laubschnitt Blätter entfernt werden, um die Lichteinwirkung auf die Trauben und die Durchlüftung zu verbessern. Durch Ausbrechen oder Ausgeizen unerwünschter Triebe wird der Wuchs gefördert. Mitunter schneiden die Winzer auch Fruchtansätze weg, um den Ertrag zu mindern und um im Herbst besonders gute Qualitäten zu ernten. Der Laubschnitt im Juli/August, mit dem auch die Wuchshöhe reguliert wird, erfolgt heute in der Regel mechanisch.

Das Ausdünnen

Auch im Juli bis Anfang August gibt es immer noch die Möglichkeit, Ertrag und Güte der Trauben zu beeinflussen. Durch Ausdünnen, das heisst durch Entfernen einiger der schon erbsengrossen Beeren, wird alle Kraft im Rebstock auf die verbleibenden Beeren gelenkt. Immer mehr Winzer wenden diese Methode an, um die Qualität zu steigern. Ab Mitte August reifen die Trauben deutlich heran. Die Zuckerbildung in den Beeren nimmt rasch zu, gleichzeitig verringert sich der Anteil der Säure (vor allem Äpfelsäure, während die Weinsäure erhalten bleibt).

Die Traubenlese

Je nach Witterungsverlauf während des Sommers beginnt Mitte bis Ende September die Weinlese. Regenfälle sind in dieser Zeit nicht günstig, weil die Trauben dann vermehrt Wasser aufsaugen würden und Fäule begünstigt wird. Mit einem optischen Instrument, dem Refraktometer, können die Winzer den Reifezustand der Trauben messen und den günstigsten Zeitpunkt für den Lesebeginn bestimmen. Der Beginn der Weinlese richtet sich nach den einzelnen Rebsorten und Lagen sowie nach dem Reifezustand der Trauben.Die Winzer legen in eigener Verantwortung den Beginn der Lese fest. Nach wie vor ist aber das Herbstbuch zu führen, in dem während der Erntezeit die Lese unter Angabe von Erntemenge, Herkunft, Leseart und Mostgewicht zu erfassen ist. In ebenen bis mässig steilen Lagen wird die Lese häufig maschinell mit einem Vollernter vorgenommen. Zur Erlangung von Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen ist die Lese von Hand jedoch zwingend erforderlich. Gesetzlich festgelegt ist auch die Abgabe einer Gesamterntemeldung. Mit dieser Meldung kann in allen deutschen Anbaugebieten kontrolliert werden, ob die zulässige Erzeugungsmenge eingehalten wurde. Übersteigt nämlich die Produktion in einem Betrieb den im Anbaugebiet zulässigen Hektarertrag, darf die Mehrmenge im Folgejahr nicht als Wein in den Verkauf gebracht werden.

Tipps für den aktiven Mosel-Urlaub

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In unserer Rubrik Aktiv (er) leben finden Sie eine Menge Anregungen für einen unvergesslichen Aufenthalt an der Mosel. Vom Angeln bis zum Yachting, ob mit dem Rad oder zu Fuß, alleine oder in der Gruppe - für jedes Alter bietet sich eine Gelegenheit die Schönheit der Landschaft zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.

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Wir stellen vor: Cochem / Mosel

Cochem an der Mosel

Etwa 50 Kilometer von Koblenz entfernt liegt Cochemauf beiderseits der Mosel. Dank seiner Infrastruktur, relativ guter Erreichbarkeit und nicht zuletzt, weil sie der organisatorische Mittelpunkt des Landkreises Cochem-Zell ist, ist Cochem auch das lokale Zentrum für viele Menschen der Region.

Aber auch zahlreiche Touristen aus aller Welt besuchen Cochem. Besonders an den sommerlichen Wochenenden ist das Verkehrsaufkommen an der Moselpromenade mit der von Mailand oder Paris vergleichbar.

Neben der wunderschönen Uferpromenade locken die sehr gut erhaltene Cochemer Altstadt, sowohl architektonisch, als auch gastronomisch. Die Reichsburg wacht über der Stadt während zahlreiche weitere Freizeitmöglichkeiten Bewohner und Urlauber unterhalten.

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Was ist eigentlich...

...das Dekantieren?

Abgiessen einer Flüssigkeit, um sie vom Bodensatz (Depot) zu befreien. Insbesondere bei älteren französischen Rotweinen (etwa ab fünf Jahren Flaschenlagerung) oder bei Portweinen setzt sich oft ein Niederschlag am Flaschengrund ab, der nicht mitserviert werden soll. Man füllt daher den Wein vorsichtig von der Flasche in ein anderes Gefäss um. Da der Kontakt mit der Luft gerade bei älteren Weinen zum „Umkippen“ führen kann, zu kompletter Oxidation und Verderb, verwendet man in solchen Fällen eine schmale Dekantierkaraffe mit geringer Luftspiegelfläche oder füllt den Wein vorsichtig in eine andere saubere Flasche um, ohne das Depot mitzugießen.

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