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25.09.2017


Bereiche und Großlagen des Anbaugebietes "Mosel-Saar-Ruwer"

Das Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer unterteilt sich in die fünf Bereiche Zell (Untermosel), Bernkastel (Mittelmosel), Saar-Ruwer, sowie Obermosel und Moseltor, welche sich wiederum in die folgenden Großlagen gliedern:

Weinhex

Die Lage von über 400 Hektar hat ihren Ursprung in Winningen. Über die Herkunft des Namens streiten sich die Experten. Weinhex soll jedoch nichts mit den Hexenver- brennungen auf dem Winninger Haideberg zu tun haben. Gern erzählt man sich die Geschichte von der Frau des Winninger "Pfeifenhannes", die einem guten Tropfen sehr zugetan war und stets heimlich vom Besten trank. Als er sie schließlich erwischte, prügelte er sie so arg, daß ihr Geschrei die Gassen erfüllte. Wenn von nun an auch mal ein paar Liter in den Fässern der Nachbarn fehlten, war es natürlich die Weinhex.

Goldbäumchen & Rosenhang

Zwischen Moselkern und Ediger-Eller, dehnen sich auf dem linken Ufer das Goldbäumchen und auf dem rechten der Rosenhang aus. Außer der Großlage gibt es noch 15 weitere Wortverbindungen mit "Rosen". Ursprünglich hat die Lagenbezeichnung jedoch nichts mit der Blumenart zu tun. Die keltische Wurzel "ross" oder "rost", in der Verkleinerungsform "rosen", bedeutet "kleiner Hügel". Goldbäumchen mag auf die mittelalterliche Mystik verweisen, die zwischen der Rebe und dem Gold der Sonne eine organische Einheit sah: Traubensaft war flüssiges Gold.

Grafschaft

Fachwerkschönheiten der Barockzeit schmücken die Winzerdörfer, die den größten Teil der Grafschaft einnehmen. Der Name erinnert an die einstige Grafschaft Sponheim. Zu den bekannten Einzellagen gehört das Ediger Osterlämmchen. Die mystische Verbindung von Blut und Wein ist urchristlich, denn sie taucht bereits in Moses Wortschöpfung "Traubenblut" auf (5. Mose, 32, 14).

Schwarze Katz

Der Mittelpunkt der Großlage ist Zell. Die Gemeinde gehört zu den seltenen Winzerorten, bei denen die Grenzen der Gemarkung mit denen der Großlage sich decken. Aachener Weinhändler sollen die Zeller auf die "Katz" gebracht haben. Nach einer Weinprobe kauften sie ein Fuder, auf dem während der Zecherei eine schwarze Hauskatze gesessen hatte. Diesen Wein brachten sie mit dem buckelnden Unglücksboten auf dem Etikett schnell mit Gewinn unter die Leute: Ein neuer Markenname war geboren.

Vom Heißen Stein

Wingertnamen wie Stein, Fels, Lay, Kupp, Kopf, Krone und Berg sowie Wortverbindungen mit ihnen deuten auf Steillagen hin. Weinbau in Terrassen am Steilhang gab es bereits zur Römerzeit an der Mosel, wie Ausonius Verse beweisen: "... wo auf den Felsen, auf sonnigen Höhen, an Hängen in Mulden / Reben sich schwingen, als habe Natur hier gebaut ein Theater."

Schwarzlay

Zu der Großlage gehören Weinorte mit so bekannten Einzellagen wie Ürziger Würzgarten (mit Gewürz- und Heilkräutern wurde bis ins 17. Jahr-hundert Wein veredelt) oder Erdener Treppchen (Treppchen weist auf eine waghalsige Steillage hin). Für die Erdener ist ihr Weindorf das älteste der Welt. Auf die Frage: "Warum?" antworten sie mit dem allerersten Moses-vers: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde(n)".

Nacktarsch

Der Name des bekannten Kröver Weines soll eine Verballhornung des Göttertranks Nektar sein. Andererseits geht er auf die alte Lagenbezeichnung Nackas zurück, in der Keltenforscher die 'Wortstämme "nack" (steinige Höhe) und "horst" oder "arst" (Hecke) entdeckten. Der Volksmund freilich erzählt deftigere Geschichten, eine von ihnen, wie dem kleinen Weindieb das entblößte Gesäß verdroschen wird, illustriert das Flaschenetikett.

Münzlay

Weine, die bei Versteigerungen Höchstpreise erzielen, stammen - nomen est omen - aus dieser Großlage. Einzellagen mit Renommee sind z. B. Sonnenuhr, Himmelreich und Schloßberg in Zeltigen. Aber auch Wehlen ist stolz auf seine Sonnenuhr-Lage. Das Graacher Himmelreich erfreut sich sogar des Wohlwollens einer Königin: Aus dieser Lage wurde der Eiswein gekeltert, von dem der Berliner Senat 1956 Elisabeth II. von England 12 Flaschen schenkte.

Badstube

Der berühmteste Wein der Mosel - vielleicht sogar Deutschlands - kommt aus der Großlage Badstube: Es ist der Bernkasteler Doctor. Die fast fünf Hektar große Einzellage, deren Einheitswert mit 150000 DM / ha veranschlagt wird, ist auch die teuerste landwirtschaftlich genutzte Fläche der Bundesrepublik. "Die Stärke des Doctor jedoch ist", heißt es in einem Leitfaden, "daß noch kein mittelmäßiger oder schwacher Wein unter diesem Namen auf den Markt gekommen ist." Der Sage nach verdankt der Wein seinen Namen dem Trierer Kurfürsten Boemund II. (1354 bis 62), den dieser "Doctor" heilte, obwohl er schon im Sterben lag.

Beerenlay & Kurfüstlay

Die Bedeutung des Weinbaus in der Kurfürstenlay wird durch eine Vielzahl von Winzerfesten zwischen Juli und August gewürdigt, die bis in die Seitentäler nach Burgen und Veldenz gefeiert werden. Die Kurfürstenlay umklammert die Kleinste der Großlagen, die Beerenlay. Sie entstand, als man drei gepriesenen Einzellagen des Dorfes Lieser, an der Mündung des gleichnamigen Eifelbaches, zusammenlegte.

Michelsberg & St. Michael

Die Schutzheiligen der Klöster, Kirchen und Stifte wurden auch um ihren Segen für die dazugehörigen Felder und Wingerte angerufen. So kamen die Heiligen aufs Flaschenetikett. Heilige Frauen erscheinen seltener in Weinbergsnamen, mit Ausnahme von Maria. Sie ist die Patronin der Reben, ihr sind im Rebland viele Bildstöcke und Kapellchen geweiht. Auf manchen Altären thront sie als Traubenmadonna. Den "Engel" in Lagen-bezeichnungen - etwa Engelgrube in Neumagen-Dhron - haben Etymologen durch ihre Ableitung vom Keltischen "aighe" (Hügel) und "il" (groß) mit Erdenschwere belastet.

Probstberg

Weinlagen mit Amtsbezeichnungen geistlicher Würdenträger sind auf dem einstigen erzbischöflichen Territorium häufig (Abtsberg, Bischofsstuhl, Kardinalsberg). Noch häufiger jedoch treten Namen auf, die auf den immensen Wohlstand der Klöster oder ihrer Orden vor der Zeit der napoleonischen Säkularisation deuten, wie Klosterlay, Jesuitengarten oder Karthäuserhofberg. 1720 besaß der Erzbischof eine Million Weinstöcke, aber allein die Klöster St. Maximin 600000 und Himmerod 555000 Weinstöcke.

Römerlay

Die Großlage um Trier, das als das "Rom des Nordens" die Urzelle des moselanischen Weinbaus war, schließt auch das Ruwertal ein, dessen Reiz schon der römische Hofpoet Ausonius besang. Lay ist mit dem Altgriechischen "laas" (Stein) verwandt, gallo-romanisch "laia"; an der Mosel bedeutet Lay in der Regel Schiefergestein.

Scharzberg

Die Großlage Scharzberg vereint die Einzellagen der Saar und bekam ihren Namen nach der Einzellage Scharzhofberg, deren Bezeichnung auf eine Rodung hinweist: Aus mittelhochdeutsch "schart" (eine gehauene Lücke) entwickelte sich unser Wort Scharte.

Königsberg

Wie alle Nebenflüsse der Mosel zieht auch die Sauer den Weinbau in ihr Tal. Königsberg erinnert an den moselländischen Uradel: Die Fran-kenkönige besaßen an Saar und Mosel neun blühende Weindomänen.

Gipfel

Auf dem Kalkboden dieser hügeligen Großlage, die ihren Namen nach dem Weinberg Nitteler Gipfel erhielt, wird in manchen Winzergemeinden bis zu 95 Prozent Elbling angebaut. Die Herkunft dieser Rebsorte ist unbekannt, es wird angenommen, daß sie mit den von den Römern eingeführten Weinstöcken verwandt sind. Der Elbling ergibt in guten Jahren einen erfrischenden, leichten Sommerwein.

Rezeptideen zur Spargelzeit

Spargelrezepte

Es ist wieder soweit - die Spargelzeit hat begonnen. Ob weiß oder grün, gekocht, gebraten oder als Salat, in unsrer Rubrik "Kochrezepte" finden Sie nicht nur viele Anregungen für eine leckere Spargelvariation, sondern können auch Ihren eigenen Rezeptvorschlag oder Ihr Lieblngsgericht präsentieren.

Zu den Kochrezepten...

Wir stellen vor: Beilstein / Mosel

Der auch "Dornröschen der Mosel" genannte Ort Beilstein liegt an einer der beeindruckendsten Moselschleifen im Einzugsgebiet der Stadt Cochem.
Die schönste Sehenswürdigkeit, neben der barocken Klosterkirche, dem alten Markt mit dem ehemaligen Zehnthaus und der Kirche St. Christopherus, den vielen kleinen Gassen, die vorbei an alten Fachwerkhäuser führen, ist sicherlich der Ort selbst. Nicht umsonst suchten bekannte Filmregisseure den Ort Beilstein auf und nutzten ihn als eine ihrer Filmkulissen.
Das heutige Ortsbild entspricht weitestgehend dem des 17. und 18. Jahrhunderts.

Lesen Sie hier mehr über Beilstein / Mosel.

Was ist eigentlich...

Wein A-Z

...Weinstein?

Schwerlösliches Kaliumsalz der Weinsäure, das in rhombischen Kristallen ausfällt und in Flaschenweinen ein Depot bilden kann. Weinstein ist ein natürlicher Bestandteil von Most, und Wein, völlig geschmacksneutral und daher kein Grund zur Beanstandung, sondern eher ein Zeichen für Qualität, da Weinsäure in reifen Trauben relativ stärker vertreten ist als in unreifen (diese enthalten mehr Äpfelsäure).

Mehr Wissenswertes zum Thema Wein finden Sie hier.

Tipps für den aktiven Mosel-Urlaub

Segeln auf der Mosel

In unserer Rubrik Aktiv (er) leben finden Sie eine Menge Anregungen für einen unvergesslichen Aufenthalt an der Mosel. Vom Angeln bis zum Yachting, ob mit dem Rad oder zu Fuß, alleine oder in der Gruppe - für jedes Alter bietet sich eine Gelegenheit die Schönheit der Landschaft zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.

Weitere Freizeitangebote finden Sie hier...